echte Stimmen aus dem Ostkreuz Kiez

Ähnlichkeiten zu real existierenden Personen sind rein zufällig!

T-34 Tommy (81) wünscht sicht breitere Wege und Parkplätze

Seit ’45 bin ich hier, und mein T-34 hat mich nie im Stich gelassen. Früher war das ein Werkzeug des Krieges, heute ist er mein Einkaufswagen. Im Ostkreuz-Kiez, wo die Straßen eng und die Radfahrer schnell sind, gibt mir der Panzer ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit. Manche schütteln den Kopf, wenn ich vorm Späti parke, aber ich sag: Wer einmal mit Stahl durch Berlin gerollt ist, der lässt sich von keinem SUV beeindrucken. Und wenn’s mal eng wird – ich hab ja Kettenantrieb.

Ob ein Poller einen T-34 aufhalten kann wird sich noch zeigen!


Trecker-Jupp (48) Landwirt aus Leidenschaft

Hallo, liebe Friedrichshainer und Kreuzberger! Ich bin der Jupp, Landwirt aus Leidenschaft und seit Generationen hier im Kiez verwurzelt. Und ich muss mal ein ernstes Wörtchen zu dieser ganzen Verkehrsberuhigungs-Hysterie loswerden, speziell am Ostkreuz.

Ich verstehe ja, dass alle Welt gerne eine heile, grüne Idylle hätte, wo Kinder auf der Straße spielen und Vögel zwitschern, während man seinen fair gehandelten Hafermilch-Latte schlürft. Aber mal ganz ehrlich: Wie stellt ihr euch das vor? Ich bin hier der Jupp! Mein Traktor ist mein Ein und Alles!

Ohne meinen treuen Deutz komm ich doch nicht mal mehr zum nächsten Feld, um meine veganen Biogurken zu ernten! Oder soll ich die jetzt mit dem Lastenrad zum Markt kutschieren? Mit Anhänger? Da lacht ja der ganze Spreewald! Ich meine, wir reden hier von Ostkreuz, nicht von Bullerbü! Ich muss doch irgendwie meine Ernte durch die Gegend kriegen. Und meine Hühner, die brauchen auch Auslauf, wissen Sie? Und den Stall ausmisten, das mach ich nicht mit ’ner Schubkarre durch die Fußgängerzone!

Ich sags euch, diese ganze „Verkehrsberuhigung“ ist doch nur wieder so ein urbanes Hipster-Märchen. Am Ende sitzen wir alle in unseren schicken Altbauwohnungen, haben keine frischen Eier mehr und müssen für unsere Kartoffeln bis nach Brandenburg fahren. Und wer ist dann der Buhmann? Richtig, der Jupp mit seinem lauten, stinkenden, aber ach so nötigen Traktor!

Also, liebe Mitbewohner, denkt mal drüber nach! Der Kiez braucht nicht nur nette Cafés und Yoga-Studios, sondern auch Leute wie mich, die noch wissen, wo die Kartoffel herkommt! Und dafür brauche ich Platz für meinen Traktor! Und keine Spielstraßen, wo ich nicht mal mehr wenden kann!

In diesem Sinne, bleibt geschmeidig und lasst den Jupp in Ruhe ackern!


Thorsten (28), Architekt, Nimby und Lastenrad-Besitzer (theoretisch)

Versteht mich nicht falsch, ich bin der Erste, der für eine autofreie Stadt unterschreibt. Absolut. Aber wir müssen das Ganze doch mit Augenmaß betrachten. Ich wohne hier direkt am Ostkreuz und ja, ich besitze einen alten Volvo-Kombi. Den brauche ich aber nur, um mein handgefertigtes Kanu an den Müggelsee zu fahren oder für den Großeinkauf im Bio-Großmarkt – das ist ja quasi aktiver Umweltschutz durch CO2-Effizienz bei der Beschaffung!

Wenn wir jetzt alles dichtmachen, blockieren wir doch auch die soziale Vielfalt. Wo sollen denn die Handwerker parken, die mein Bad sanieren? Oder die Lieferdienste für meine Kochboxen? Eine totale Sperrung wäre purer Dogmatismus. Ich plädiere für eine sanfte Durchlässigkeit – also Poller, die man vielleicht mit einer App runterfahren kann, wenn man nachweislich ‚Kiez-relevante‘ Besorgungen macht. Wir wollen doch kein Freilichtmuseum, sondern einen lebendigen Kiez, in dem man noch flexibel bleiben kann!


Günther (74), wohnt seit 1978 im Kiez

Sagen Sie mal, haben Sie den Verstand verloren? Jetzt wollen die mir hier die Straße dichtmachen, damit noch mehr von diesen Hipstern auf ihren Leihrollern über den Gehweg brettern können? Ich bin 74 Jahre alt, ich hab den Kiez aufgebaut, als das hier alles noch Ruinen waren!

Ich muss jeden Samstag zum Rewe – das sind, wenn ich die Abkürzung nehme, gute 200 Meter. Glauben Sie im Ernst, ich schleppe die drei Kisten Mineralwasser und den Sack Kartoffeln zu Fuß nach Hause? In meinem Alter? Mein Corsa ist mein Rollator! Wenn ich da nicht mehr direkt bis vor den Pfandautomaten fahren kann, dann ist das Altersdiskriminierung pur.

Verkehrsberuhigung schön und gut, aber doch bitte mit Augenmaß! Warum macht man die Straße nicht einfach nur für Leute unter 60 dicht? Oder man verteilt Anwohner-Vignetten, die einen zur Fahrt zum Supermarkt berechtigen? Ich sage Ihnen: Wenn der Poller kommt, ist das mein Todesurteil für die Selbstständigkeit. Ich lasse mir doch von so einem Stadtplaner-Bubi nicht vorschreiben, wie ich meine Einkäufe erledige.

„Staupause im Sandkasten? Nein danke!“ – Sophie (6) klärt auf

Ich bin Sophie und ich habe ein echtes Problem: Die Infrastruktur hier ist total veraltet. Wenn ich mit meinem Bobbycar-Anhänger (Modell ‚Lasten-Lulu‘) zur Kita will, muss ich über Wurzeln und Kopfsteinpflaster hoppeln. Das ist Gift für mein Fahrwerk!
Hier sind meine Vorschläge für ein modernes Kinder-Leben:
Flächendeckende Versiegelung: Überall ist dieses ‚Grün‘. Aber auf Rasen rollt mein Kettcar einfach nicht flüssig. Wir sollten den Park einfach glatt teeren – dann können wir dort auch vernünftige Ampelsysteme für uns Kinder bauen.
Weg mit den Spielstraßen: Diese Schilder, wo ein Kind mit Ball drauf ist, sind voll verwirrend. Ich will nicht spielen, ich will von A nach B! Wir brauchen klare Fahrspuren und vielleicht eine Mautstation am Klettergerüst für die ganz Schnellen.
Lärmschutzwände um den Kindergarten: Damit die Leute draußen nicht von unserem Gehupe gestört werden, wenn wir im Kreis fahren. Ordnung muss sein.
Mehr Hubraum beim Bobbycar: Papa sagt, Hubraum ist durch nichts zu ersetzen. Ich wünsche mir eine Elektro-Unterstützung für mein Kettcar, damit ich die Omas mit ihren Rollatoren am Berg ordentlich versägen kann.
Warum versteht das keiner? Autos sind doch auch nur Spielzeuge für Große. Also sollten wir die Stadt so bauen, dass man nie wieder aussteigen muss. Das spart Zeit für wichtigere Dinge – wie zum Beispiel Autowaschen!

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